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Blume des Monats - Tulpen

"Bargteheider Tulpen"

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Tulpen sind die wohl bekanntesten und beliebtesten Frühlingsblüher. Zu Recht, denn ihr Farbenspektrum ist schier unerschöpflich, außer Blau und Schwarz sind alle Farbtöne und viele Farbkombinationen vertreten. Mittlerweile gibt es mehr als Tausend verschiedene Arten und Sorten. Wir haben sie zwar nicht alle in unseren Geschäften, aber doch ein breites Sortiment, in dem jeder seine Lieblingstulpe finden kann.

Mit klaren Linien und einer zeitlos schönen, auf das Wesentliche reduzierten Form beeindrucken die Sorten mit klassischen, kelchförmigen Blüten. Das sind übrigens die Tulpen, die Kinder gern zeichnen und die im Biologieunterricht als Blütenmuster eingesetzt werden. Reizvoll und einen Tick natürlichen in der Anmutung sind gefüllt blühende Tulpen. Sie besitzen außergewöhnlich viele Blütenblätter und erinnern mit dieser Fülle an Päonien und an die üppigen Blüten alter Englischer Rosen. Einige dieser opulenten Schönheiten duften sogar, wie beispielsweise die strahlend gelb blühende ‘Monte Carlo’ und die zart rosafarbene ’Angélique ‘.

tulpe in rot weiß

Wer das ganz Besondere sucht, wird gern zu Papagei-Tulpen greifen. Diese weisen auffallend geschlitzte und wellig gedrehte Blütenblätter auf und erinnern an das Gefieder eines Papageis. Manchmal entsteht der Eindruck, als seien die Farben von einem Maler mit einem Pinsel aufgetragen worden. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass die Züchter einer dieser Tulpensorten den Namen ’Rembrandt‘ gegeben haben.

Die lilienblütigen Tulpen wirken ebenfalls exklusiv. Sie haben sehr schlanke Blüten und fallen mit den elegant zugespitzten und leicht nach außen gebogenen Blütenblättern aus dem Rahmen.

Lebende Unikate

tulpe in gelb rot

Tulpen gehören zu den Exzentrikerinnen unter den Schnittblumen: Sie verändern ihr Erscheinungsbild im Laufe ihres Vasenlebens von Tag zu Tag. Nicht nur, dass sich die Blüten immer weiter öffnen und der Blick auf die anfangs verborgen liegenden Staubgefäße frei wird, auch ihre Gestalt und die Länge der Blütenstiele ändern sich. Die meisten Tulpensorten wachsen noch mehrere Zentimeter in der Vase. Dabei werden die anfangs steifen, festen Stängel immer biegsamer und winden sich malerisch in alle Richtungen.

Tulpenwahn und Blütenrausch

Man traut es ihr kaum zu, so frisch und sympathisch wie sie in jedem Jahr bereits in den ersten Wochen des Jahres daherkommt: Die Tulpe hat schon etliche Menschen in den Ruin getrieben. Ihr Siegeszug durch Europa begann Mitte des 17. Jahrhunderts mit dem ersten Börsencrash der Geschichte.

Wie bei vielen Katastrophen fing alles ganz harmlos an. Am Ende des 16. Jahrhunderts (1593) pflanzte der Botaniker Carolus Clusius eine erste Tulpenzwiebel in den botanischen Garten im holländischen Leiden. Diese Zwiebel war ein Geschenk des österreichischen Botschafters. Der hatte die kostbare, seltene Blume aus der Türkei importiert, wo sie in den Gärten der osmanischen Sultane bereits für Furore gesorgt hatte, und ihr den Namen “Tülbend" – eigentlich die Bezeichnung des roten Turbantuches der Türken – gegeben. Ein Jahr später konnte Carolus Clusius die erste Tulpenblüte in Holland dokumentieren. Bis 1630 zählte man bereits 100 verschiedene Tulpensorten.

tulpe in orange

Vermögende Kaufleute, durch den florierenden Ostindienhandel von der Sammlerleidenschaft gepackt, entdeckten auch die seltene, aber noch wertlose Zwiebel als Objekt ihrer Begierde. Es entwickelte sich ein lebhafter, nahezu stürmischer Tulpenhandel, in dessen Gefolge die Preise in die Höhe schnellten: Während man 1620 “lediglich” 1.200 Gulden für eine Zwiebel der berühmten Sorte “Semper Augustus” bezahlte, war ein Jahr später mehr als das Doppelte, nämlich beachtliche 3.000 Gulden, fällig.

Im Jahr 1637 hätte man sich als Gegenwert für drei Tulpenzwiebeln (= 30.000 Gulden) drei Häuser an einer der Graachten leisten können. Die Tulpe entwickelte sich zum Statussymbol der Adligen und zum Lieblingsobjekt von Spekulanten. Anderswo träumte man von Gold, in Europa von Tulpen. Sie wurden Kult, sowohl in repräsentativen Gärten, wo man sie an ausgewählten Plätzen pflanzte und sogar mit Spiegeln vervielfältigte, als auch auf den Pariser Straßen: Frauen hefteten beim Flanieren als Zeichen des Wohlstands und ihres guten Geschmacks Tulpen an ihr Dekolletee.

tulpe in lila

In den niederländischen Wirtshäusern ging es während dessen nicht ganz so beschaulich zu. An den Tulpenbörsen, den so genannten “Comparitien”, boten Bauern und Bürger Haus und Hof für ein paar Tulpenzwiebeln, die sie oft nicht mal zu Gesicht bekamen, da sie ja noch in der Erde steckten. Bis zur Übergabe mussten sie sich mit Anteilscheine begnügen.

Am 3. Februar 1637 dann passierte es: An diesem Tag wurden plötzlich mehr Tulpenzwiebeln angeboten als gekauft, die holländische Regierung schrieb die Tulpenpreise gesetzlich fest, um dem Irrsinn ein Ende zu machen. Die bis dato hohen Preise fielen ins Bodenlose – die Tulpenbörse brach zusammen. Viele Menschen standen vor dem Bankrott, Existenzen zerbrachen.

Der Mediziner Dr. Tulp, bekannt von einem Rembrandt-Gemälde und der berühmteste Tulpen-Narr jener Zeit, änderte seinen Namen erneut und ließ die Tulpen aus seinem Wappen entfernen. Dennoch überlebte die Tulpe in Holland. Der Crash begründete den Beginn der berühmten holländischen Tulpenzucht, deren Monopolstellung noch heute unangefochten ist.

Eine ernst zu nehmende Konkurrenz erwuchs den Niederländern kurzzeitig in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts rund um Berlin. Der leichte Boden und der damals noch hohe Grundwasserspiegel boten ideale Verhältnisse. Doch die ausufernde Metropole verdrängte mit der Zeit die Tulpenfelder auf dem sandigen Boden längs der Spree.

 Die Stammform ...

tulpe in pink

... der heutigen Gartentulpen Tulipa gesneriana ist vermutlich die aus Vorderasien stammende rotblühende Tulipa suaveolens. Einzige in Deutschland wild wachsende Art ist die gelb blühende Wilde Tulpe oder Wald-Tulpe (Tulipa sylvestris). Sie gehört nach der "Roten Liste" zu den gefährdeten Arten.

Urlaubserinnerungen

Es gibt eine ganze Reihe Tulpensorten, die wurden nach bekannten Städten benannt. Das ist eine schöne Blumengeschenkidee, um Urlaubserinnerungen wach zu halten oder auch jemanden zu einem ganz besonderen Städteurlaub einzuladen. Tulpen mit solchem V.I.P.-Charakter sind zum Beispiel ’Barcelona’ (pink), ’Casablanca’ (weiß), ’Monte Carlo’ (gelb), ’Sevilla’ (rot), ’Washington’ (gelb, rot geflammt) oder ’Yokohama’ (goldgelb).

Tulpen mit Duft

Einige Tulpensorten sind ein Genuss gleich in mehrfacher Hinsicht: Sie sind ein schöner Hingucker und verströmen zudem auch einen angenehmen Duft. Dazu zählen ’Abba’ (rot, gefüllt), ’Ad Rem’ (orangerot), ’Angélique’ (rosa, gefüllt), ’Christmas Marvel’ (kirschrot bis rosa), ’Monsella’ (gelb mit roter Zeichnung, gefüllt), ’Monte Carlo’ (gelb, gefüllt), ’Prinses Irene’ (orange) und ’Viking’ (rot, gefüllt).

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